Welt.Stadt.Wittenberg-Der Einfluss der Reformation auf Europa und die Welt

Datum/Zeit
27.05.2017–10.09.2017

Veranstaltungsort
Bibliothek

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Der Veranstalter der Ausstellung ist der Verein Wortwerk Wittenberg e. V..

Als Kontakt für Anmeldungen bitte folgende Kanäle nutzen:
gerhard.meiser@indogerm.uni-halle.de
Herr Meiser mobil: 0176 66651429

Öffnung: Freitag bis Sonntag, 10 – 18 Uhr und Donnerstags für angemeldete Gruppen

Inhaltliches:
Die Reformation brachte der jungen Universität Wittenberg namens „Leucorea“ einen ungeheuren Aufschwung. Studenten strömten in großer Zahl hierher, um berühmte Professoren wie Martin Luther oder Philipp Melanchthon zu hören. Erst 1502 gegründet, wurde die „Leucorea“ in kurzer Zeit zur meistbesuchten Universität Deutschlands. Doch ihr Ruhm strahlte weit über dessen Grenzen hinaus. Aus fast allen europäischen Ländern zog es Studenten hierher – die Welt kam nach Wittenberg.

Wieder heimgekehrt, setzten viele ehemalige „Wittenberger“ das in die Tat um, was sie in der Stadt der Reformation gesehen, gehört, gelernt hatten. Eines der wichtigsten Anliegen Luthers war es, den Menschen in ihrer deutschen Sprache den Zugang zum Wort Gottes, zum Text der Bibel zu eröffnen. Dies wurde nun zum Modell für viele Länder Nord- und Osteuropas. Auch hier wurden von Luthers und Melanchthons Schülern Bibelübersetzungen, Katechismen, Gesangbücher usw. in den jeweiligen Sprachen geschaffen – für manche Sprachen waren es die ersten schriftlichen Texte überhaupt.

Martin Luthers Bedeutung für die deutsche Sprache ist vielen Menschen auch noch heute bewusst. Weniger bekannt ist in Deutschland die Bedeutung der Reformation für die Sprachen vieler weiterer Länder – in Europa, aber auch darüber hinaus. Bis heute ist Luthers Idee lebendig: den Menschen in ihren eigenen Sprachen Zugang zum Wort Gottes zu verschaffen. Und so entstehen bis auf den heutigen Tag Jahr für Jahr Bibelübersetzungen in Sprachen, in denen es bisher wenig oder gar keine schriftlichen Texte gab. Das hat nachhaltige Wirkung für diese Sprachen, denn zu ihrem Erhalt – zum Erhalt ihrer Kultur – ist in unserer heutigen Welt das Vorhandensein des geschriebenen Wortes zwingende Voraussetzung.

Die Ausstellung will diese Rolle Wittenbergs und der Reformation hervorheben. Ein deutscher Student des 16. Jh. soll uns Antwort auf folgende Fragen geben:
–          Wie lebte es sich so als Student in Wittenberg – und wen konnte man da treffen?
–          Was konnte man aus Wittenberg „mitnehmen“?
–          Welche Auswirkungen hatte das „Erlebnis Wittenberg“ in den Ländern Nord- und Osteuropas?
–          Wie steht es heute mit der Schaffung neuer Schriftsprachen?