Forschung

Die geförderten, initiierten und von der Stiftung LEUCOREA mitgetragenen Forschungsprojekte fokussieren den historischen Ort der Wittenberger Reformation und seine Bedeutung für die Formierung von Neuzeit und Moderne.

Das Ernestinische Wittenberg — Universität und Stadt

An der Stiftung LEUCOREA wird seit März 2009 ein interdisziplinäres Forschungsprojekt durchgeführt, das sich mit der historischen Entwicklung der Reformationsstadt Wittenberg befasst. Die wissenschaftlichen Vorhaben untersuchen den Wandel, der sich mit dem Regierungsantritt Friedrichs des Weisen im Jahre 1486 im Bereich der städtischen Infrastruktur, der Residenz, des kirchlichen und bürgerlichen Lebens und der Universität vollzog. Die Veränderungen werden anhand bisher nicht ausgewerteter Schriftquellen, bildlicher Darstellungen, archäologischer, kunst- und bauhistorischer Zeugnisse erforscht. Wie stellte sich Wittenberg vor Friedrich dem Weisen dar, wie vor der Universitätsgründung, wie veränderte sich die Stadt bis 1517 und wie bis zur Niederlage im Schmalkaldischen Krieg 1547? Die Erträge der Forschungen werden in einer Schriftenreihe — den „Wittenberg-Forschungen“ — im Michael Imhof Verlag publiziert. Der erste Band erschien 2011 unter dem Titel „Das ernestinische Wittenberg. Universität und Stadt (1486—1547)“. Der zweite Band „Das ernestinische Wittenberg. Stadt und Bewohner“ wurde 2013 in zwei Teilen, einem Text und einem Bildband, veröffentlicht. Als dritter Band wurde im Sommer 2015 eine detaillierte und reich dokumentierte Untersuchung zur Wirkung Lukas Cranachs d.J. in Wittenberg publiziert.

http://wittenberg.zwoelfmedien.net/site/home

Forschungsstelle Hebraistik

Die von der Leucorea getragene Forschungsstelle Hebraistik arbeitet in verschiedenen Projekten an der Erforschung der hebräischen Literatur und Sprache.

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Kulturelle Wirkungen der Reformation

Die Graduiertenschule Kulturelle Wirkungen der Reformation erforscht mit Blick auf das Jahr 2017 im Spektrum von verschiedenen Promotionsprojekten Wechselwirkungen zwischen dem Protestantismus und der neuzeitlichen Kultur. Im Zentrum stehen Transformationsprozesse, die durch reformatorische Impulse seit dem 16. Jahrhundert in Sozialleben, Medizin, Rechtsprechung, Kunst, Philosophie und Theologie ausgelöst wurden. Die Graduierten erarbeiten überdies in Kolloquien Begleitwissen zur Geschichte evangelischer Religiosität und Theologie und beteiligen sich am Weltkongress »Kulturelle Wirkungen der Reformation«, der vom 7. bis 11. August 2017 in Wittenberg statt findet. Die Stipendiaten und ihre Projekte im Einzelnen:

Saskia Gehrmann: Die Praxis pietatis im medizinischen Alltag der Franckeschen Stiftungen im 18. und 19. Jahrhundert

Arne Lademann: Die Lutherdeutung Emanuel Hirschs

Verena Schneider: Die Wirkungen des Protestantismus auf die Einstellungen der Menschen in Deutschland und den USA

Melanie Sterba: Kritik der Liebe

Astrid Wohlberedt: Gesetz, Recht und Gerechtigkeit in den Bildern der Cranach-Werkstatt

LEUCOREA-Studien

Die Schriftenreihe „Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie“, herausgegeben von Irene Dingel, Armin Kohnle und Udo Sträter, erscheint seit 2001 bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig. Hier werden sowohl Monographien aus Zusammenhängen der Reformations- und Frühe-Neuzeit-Forschung als auch Tagungsbände einschlägiger historischer, theologischer und wissenschaftsgeschichtlicher Fachkongresse publiziert.

http://www.eva-leipzig.de/reihen.php?id=18

Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek

Ziel dieser Initiative ist es, die ca. 220.000 Bestandseinheiten umfassenden Wittenberger historischen Buchbestände zusammenzuziehen, die infrastrukturellen sowie forschungsbezogenen Möglichkeiten zu bündeln und durch solche Synergieleistungen in die Kultur- und Wissenschaftslandschaft hinein zu wirken. Die Gesellschafter — neben der Stiftung LEUCOREA sind dies die Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt, das Evangelische Predigerseminar der UEK und die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt — engagieren sich auf unterschiedliche Weise: Sie bringen ihre Sammlungen in das Projekt ein, beteiligen sich finanziell anteilig an den für Betrieb und Nutzung anfallenden Kosten und leisten fachwissenschaftliche Begleitung sowie Unterstützung bei der Bestandserschließung im Netz. Das Schloss als Ort bietet der Forschungsbibliothek die Möglichkeit, sich in ein Ensemble von bildungsbezogenen, kulturellen und kirchlichen Institutionen einzustellen und auf diese Weise den Wissenschaftsstandort Wittenberg zu stärken.

Zum Wissenschaftlichen Beirat gehören:

Herr Prof. Dr. Christopher Spehr
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Vorsitzender

Herr Dr. J. Marius J. Lange van Ravenswaay
Wissenschaftlicher Vorstand der Johannes A Lasco Bibliothek in Emden
Stellv. Vorsitzender

Herr Prof. Dr. Armin Kohnle
Universität Leipzig

Herr Prof. Dr. Heiner Lück
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Frau Dr. Kathrin Paasch
Direktorin der Forschungsbibliothek Gotha

Herr Prof. Dr. Thomas Kaufmann
Theologische Fakultät der Georg-August-Universität

Herr Dr. Heiner Schnelling
Direktor der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in
Frankfurt am Main

 

 

 

 

 

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