Vortragsreihe – aus der Forschung 2019

Erkenntnisgewinn und Wissenstransfer. 500 Jahre Leipziger Disputation

 

Im 500. Jahr der Leipziger Disputation, deren Folge eine weitergehende Vertiefung der Wittenberger Theologie war, beschäftigt sich die Vortragsreihe der Stiftung Leucorea in vielfältiger Weise mit der Disputation, aber auch mit verschiedenen Formen der Wissensvermittlung und -kultur in Wittenberg und im mitteldeutschen Raum in der Frühen Neuzeit. 

Die Vorträge finden jeweils 19:30 Uhr im Auditorium maximum der Stiftung LEUCOREA (Collegienstr. 62) statt. Es wird herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 

29.01.2019, 19.30,
Dr. Marianne Schröter:

"Vorläufig bekommt Eck den Beifall, er spielt nun den Meister, aber nur solange, bis wir das Unsere veröffentlicht haben werden" - Martin Luther und die Leipziger Disputation.
26.03.2019, 19.30,
Dr. Matthias Meinhardt:

Humanismus an mitteldeutschen Universitäten

Die Stiftung LEUCOREA lädt ein zum Vortrag von Dr. Matthias Meinhardt am 26.03.2019.

In der Reihe „Erkenntnisgewinn und Wissenstransfer. 500 Jahre Leipziger Disputation“ spricht Dr. Meinhardt zum Thema „Herausforderung und Impuls – Humanismus an mitteldeutschen Universitäten um 1500“.

Der Renaissance-Humanismus entstand als außeruniversitäre Bewegung, die nicht zuletzt an den etablierten, von der Scholastik dominierten Methoden und Inhalten des akademischen Lehrbetriebes scharfe Kritik übte. Dennoch fanden humanistische Gedanken alsbald auch Einzug in die europäischen Universitäten und führten hier zu – nicht selten sehr umstrittenen – Reformbemühungen. Auch die mitteldeutschen Universitäten Erfurt, Leipzig und Wittenberg wurden in den Jahrzehnten um 1500 von diesen Entwicklungen erfasst, jedoch in sehr unterschiedlicher Weise geprägt.

Der Vortrag wendet sich der humanistischen Reformbewegung an den drei mitteldeutschen Universitäten unter folgenden Fragen zu: Was bedeuteten humanistische Universitätskritik und humanistische Neuausrichtung der Lehrstätten eigentlich? Wie drangen humanistisches Gedankengut und humanistische Methoden in das universitäre Leben vor? Gefragt wird darüber hinaus nach den Akteuren, den Kontroversen und den Faktoren, die letztlich über Erfolg und Misserfolg der humanistischer Reformbemühungen entschieden. Der Leucorea als einer zwar sehr späten, durch die Reformation jedoch rasch besonders einflussreichen mittelalterlichen Universitätsgründung soll dabei besondere Aufmerksamkeit zukommen.

Dr. Matthias Meinhardt ist Leiter Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek Wittenberg.

Der Vortrag findet statt im Auditorium maximum des Collegium Fridericianum, Collegienstraße 62, und beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

23.04.2019, 19.30,
Dr. Franz Jäger:

 Die Inschriften der Stadt Wittenberg

Die Stiftung LEUCOREA lädt ein zum Vortrag von Dr. Franz Jäger am 23. April 2019.

Jäger präsentiert ausgewählte Ergebnisse seiner Forschungen zu den Wittenberger Inschriften und ermöglicht damit einen Einblick in die Erfassung und Deutung sämtlicher in Wittenberg dieser wertvollen Quellen der Stadt-, Universitäts- und Kirchengeschichte Wittenbergs.

Die Inschriften befinden sich zumeist noch an ihren ursprünglichen Standorten an Kirchen, Hausfassaden und -portalen, auf Epitaphien in der Stadtkirche oder auf Gemälden im Lutherhaus.

Wissenschaftler der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig haben die Wittenberger  Inschriften Im Laufe mehrerer Jahre aufgenommen und erforscht. Noch in diesem Jahr soll der Katalogband erscheinen, der 552 Artikel umfassen wird.

Franz Jäger, der in Jena Klassische Archäologie und Kunstgeschichte studierte und 2005 in Halle im Fach Kunstgeschichte promoviert wurde, ist seit 1996 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig am Forschungsvorhaben „Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ beteiligt. Seit 2017 ist er Leiter der Forschungsstelle.

Sein Vortrag beginnt am 23.4.2019 um 19.30 Uhr im Audimax des Fridericianums, Collegienstraße 62. Der Eintritt ist frei.

 

28.05.2019, 19.30,
Prof. Dr. Ernst-Joachim Waschke:

Zu Martin Luthers Bibelauslegung

28. Mai 2019, 19.30 Uhr, im Auditorium maximum der LEUCOREA (Collegienstraße 62, 06886 Lutherstadt Wittenberg)

Für Martin Luther war die Bibel als Heilige Schrift kein ›Buch mit sieben Siegeln‹, keine unverständliche Schrift, sondern göttliche Weisung für das Leben in der Welt. Er wusste sich in der Kenntnis der biblischen Bücher seinen Zeitgenossen weit überlegen, denn er las sie über viele Jahre zweimal jährlich von der ersten bis zur letzten Zeile. Auch wenn die Bibel ein Buch der Antike darstellt, lohnt es sich durchaus, der Bibelübersetzung und dem Bibelverständnis des Reformators nachzuspüren und zu fragen, welche Bedeutung die Bibel als Heilige Schrift noch heute für uns besitzt.

Der Vortrag versucht, diese Bedeutung sowohl in der Darstellung von Luthers Bibelverständnis als auch in der kritischen Würdigung seiner Bibelübersetzung deutlich zu machen. Ernst-Joachim Waschke ist emeritierter Professor für Altes Testament an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und seit 2007 im Ehrenamt Vorstandsvorsitzender der Stiftung LEUCOREA. Schon mehrfach hat er im Rahmen der Vortragsreihe der Stiftung LEUCOREA über Ergebnisse seiner exegetisch-hermeneutischen und universitätsgeschichtlichen Arbeiten vorgetragen.

Zu dem Vortrag wird herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

02.07.2019, 19.30,
Tomas Lang M.A.:

Die Stiftung Leucorea lädt ein im Rahmen des Jubiläums der Leipziger Disputation am 2. Juli  2019 um 19:30 zum Öffentlichen Abendvortrag von Thomas Lang M. A. (Leipzig) mit dem Thema:

»Mit geschärfter Feder – Der reformatorische Flugschriftendiskurs in der Geschichtsvermittlung«.

»Beißig sein tut nutz und not« – Schlagfertig sein, ist unabdingbar! Nein, dieser Spruch ist nicht das neue Leitmotto in der politischen Auseinandersetzung von Philipp Amthor und Co. mit den neuen Medien. Vielmehr stammt das Motto aus einer viel älteren Epoche, die ebenfalls kalt von einem medialen Umbruch erwischt wurde: aus der Zeit der Reformation und der Flugschriften.

Das ›neue Medium‹ des Drucks mit beweglichen Lettern hatte sich bis 1520 schon etablieren können. Nicht nur hundertfach kopierte Ablassbriefe oder Heiligenbilder, in Liedform gefasste Nachrichten und herrschaftliche Briefe und Aushänge garantierten den Druckern ihr Auskommen. Auch äußerst erfolgreiche, bebilderte satirische Schriften, die sowohl Missstände des weltlichen Handelns wie auch der Geistlichkeit thematisierten, erfreuten sich großer Beliebtheit.

Im Streit um die öffentliche Meinungshoheit deuteten insbesondere die Anhänger der Reformation viele dieser Konzepte für sich um. Selbst gut etablierte anti-lutherische Autoren kamen gegen die Bild- und Textkompositionen insbesondere aus dem Kooperationsprojekt von Cranach und Luther nicht an.

Im sich entwickelnden Konfessionsstreit nutzten beide Seiten das neue Medium, weniger um eine Sachdiskussion zu führen, sondern viel eher, um den Kontrahenten zu diffamieren. Da war Wittenberg ein ›verkotetes Kaff, keine drei Heller wert‹, und Luther wurde schon einmal bildlich ›im Scheißhaus versenkt‹, während die Lutheranhänger den papsttreuen Christen vor Augen hielten, dass Päpste und Kardinäle ohnehin die Ausgeburt von Dämonen seien.

Die publizistische Auseinandersetzung der Reformationszeit mit ihrer derben Schrift- und Bildsprache bietet also reichlich Material für spannende historische Vergleiche. Leider wird unter dem Zeitdruck des auf die Neuzeit konzentrierten Lehrplans und der nach wie vor dort festgeschriebenen, personenfixierten Geschichte ein Zerrbild der historischen Vorgänge geboten. Die Einordnung in den zeitlichen und historischen Kontext kann unter den aktuellen Umständen gar nicht geleistet werden.

Im schlimmsten Fall werden eher die Geschichtsmythen und Legenden als eine kritisch historische Betrachtungsweise und Methodik gefordert und vermittelt. Ein solches Beispiel soll im Mittelpunkt des Vortrags stehen.

Der Vortrag findet im Auditorium Maximum der Leucorea statt. Der Eintritt ist frei.

24.09.2019, 19.30,
Dr. Anke Neugebauer:

Kunsttransfer am Hof der ernestinischen Wettiner in Wittenberg

22.10.2019, 19.30,
Dr. Insa Christiane Hennen:

Wittenberg - Weimar. Beobachtungen zur Gedenkkultur der Ernestiner

12.11.2019, 19.30,
Dipl. theol. Tilman Pfuch:

 "geruhen mir doch itzo mit einem trewen rath beyzuspringen" - Beratung und Translation akademischen Wissens durch die Theologische Fakultät Wittenberg

03.12.2019, 19.30,
Dr. des. Christiane Domtera-Schleichardt:

Von Wittenberg nach Europa. Vernetzende Wissenschaft bei Philipp Melanchthon

 

 

 

 

 

 

 

 

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